
Der Architekt der Überraschung: Fabergés 180. Jubiläum
In diesem Jahr feiert Fabergé den 180. Geburtstagte Jubiläum von Peter Carl Fabergé, dem Visionär hinter der Serie der kaiserlichen Eier, der den Namen Fabergé für immer als Synonym für Prestige und außergewöhnliche Kunstfertigkeit etablierte. Als einer der besten Juweliere und Goldschmiede aller Zeiten gilt Fabergé als derjenige, der die Schmucklandschaft für kommende Generationen neu definierte und künstlerische Möglichkeiten eröffnete.

Künstler
Im Alter von 18 Jahren wurde Gustav Fabergés Sohn Carl auf eine Reise geschickt, die den Verlauf der künstlerischen Geschichte des Hauses verändern sollte. Der junge Künstler bereiste die Welt, um die kulturelle Vielfalt von Paris, Florenz, Frankfurt und London zu erleben. Ausgebildet von angesehenen Goldschmieden kehrte er acht Jahre später, 1872, nach Sankt Petersburg zurück, voller Ambitionen und einer kreativen Vision, die später die Schmuckwelt inspirieren sollte.

Geschäftsmann
Im Jahr 1882 wurde Peter Carl mit der Leitung des Familienunternehmens betraut. Er baute schnell ein Schmuckimperium auf, das über 500 Handwerker und Designer beschäftigte, und machte Fabergé zu einem respektierten Namen unter seinen Kollegen. Unter Carl wurde Fabergé das größte Schmuckunternehmen Russlands und expandierte über das Reich hinaus.

Er arbeitete mit erfahrenen Werkstätten talentierter Handwerker zusammen, um die Produktion zu optimieren, und schuf ein System, das eine entscheidende Rolle im Wachstum des Unternehmens spielte. Der kluge Geschäftsmann verstand die Bedeutung der Skalierung.
Im Jahr 1900 beauftragte er den renommierten Architekten Carl Schmidt mit dem Entwurf eines vierstöckigen Flaggschiffgeschäfts. Zwischen 1887 und 1905 eröffnete Peter Carl nacheinander Filialen in Moskau, Odessa, London und Kiew. Trotz seiner französischen Abstammung öffnete er strategisch Türen in London statt in Paris, aufgrund seiner engen Beziehung zur britischen Königsfamilie.
Innovator
Im Jahr 1885 beauftragte Zar Alexander III. das erste Kaiserliche Ei, beeindruckt von Fabergés Arbeit auf der Moskauer Allrussischen Ausstellung. Das Ei, auf den ersten Blick zart und schlicht, verbirgt eine Fülle von Überraschungen. Ein goldenes Eigelb umschließt eine goldene Henne mit Rubinen als Augen, die sich öffnet, um eine Miniaturnachbildung der Kaiserlichen Krone mit einem daran befestigten Rubin-Ei-Anhänger zu enthüllen; beide sind heute verloren.
Dieses Kunstwerk veränderte für immer den Verlauf der Geschichte des Juweliers und positionierte Fabergé als eine Marke von Ausnahmestellung und Größe. Im selben Jahr wurde dem Juwelier der Titel Hoflieferant Seiner Kaiserlichen Majestät verliehen.

Mehr als nur ein Innovator wandte sich Peter Carl Fabergé von der traditionellen Schmuckherstellung ab und widmete sich der Feinheit von Guilloché-Emaille und von seinen Reisen inspirierten Designs.
Diese kreative Bestrebung hob Fabergé von anderen Juwelieren ab, wobei Peter Carl als führende Persönlichkeit hervortrat.